Tradition und Übergangsriten in der heutigen Gesellschaft

Der Text "Übergangsriten" von Arnold van Gennep (1909) handelt von Übergangsriten in verschieden Kulturen und Ländern.Gennep hat beobachtet, dass der Mensch im Laufe seines Lebens verschiedene Stadien durchlebt.Hierbei ist es nach van Gennep wichtig die Übergänge, die meistens mit zeremoniellen Riten verbunden sind nicht ausser Acht zulassen. Mit den verschiedenen Stadien, die von jedem von uns durchbrochen oder überschritten werden meint Arnold van Gennep zum Beispiel Soziale Zustände wie, die Ehe Schließung , das Erwachsen werden oder auch einfach das Überschreiten von einem Land in das andere.Bei dem Überschreiten einer Grenze meint van Gennep, nicht nur das Überschreiten einer Grenze hierbei impliziert er durchaus auch das Überschreiten vom Sakralem ins Profane.Vor allem beim überqueren oder berühren Profaner Bereiche weist van Gennep auf spezielle zeremonielle Riten hin, die von und durch bestimmte Völker durchgeführt werden. (vgl. S. 33, Arnold van Gennep)Arnold van Gennep teilt die verschiedenen Riten in drei verschiedene Stadien ein, Trennungsriten, Umwandlungsriten und Angliederungsriten.Mit den Trennungsriten wird die Trennung der alten Welt impliziert zB. die Trennung vom Profanen und Sakralen. Das zweite Stadium wird als Zwischenstadium auch Schwellenphase bezeichnet. Die dritte und somit letzte Phase ist die Angliederungsphase hier wird die neue Identität angenommen, dies bedeutet das Ritual wurde durchgeführt.(vgl. S. 32, Arnold van Gennep)Beim Lesen des Textes habe ich mich gefragt wie es ist oder wäre solche Riten in unseren westlichen Alltag einzugliedern und welche Probleme hierbei auftauchen könnten.Meiner Meinung nach ist es schwierig feststehende Riten die damals durchgeführt wurden, heute in einem neuen Land immer noch durchzuführen.Ich denke, dass es häufig zu Schwierigkeiten und Wiedersprüchen kommen kann, wenn alte Traditionen und Riten durchgeführt werden.Hierzu fällt mir zum Beispiel das Hochzeitsritual einer türkisch traditionellen Familie ein. Grundlegend hierfür ist das Hand anhalten des Bräutigams beim Vater der Braut, das Versprechen, Die Verlobung und die Hochzeit.Strenge traditionelle Familien würden erfahrungsgemäß auf einen solchen Hochzeitsritus nicht verzichten, was passiert dann? Wird eben nicht geheiratet? Konveniert der Bräutigam zum Islam oder wird die Tochter von der Familie abgelehnt?Genau so gut könnte man das Beispiel der Beschneidung oder des Opferfestes nehmen.Was passiert wenn man sich gegen ein solches Ritual stellt? Durchlebt man dann keiner der Phasen, die van Gennep nennt oder ist selbst die Ablehnung eines Rituals mit einem Stadium und einer Entwicklung verbunden.

19.11.15 15:07, kommentieren

„[..] das Plagen schlauer Leute mit dummen Fragen-Kennzeichnet einen Ethnographen.“ (S.41,Geertz,Cli

Clifford Geertz: „Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie der Kultur“ (1973)Im zweiten Textabschnitt(S.23-43), aus dem Band (S.7-23) „Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie der Kultur“ (1973) von Clifford Gertz geht es im engeren Sinne um den Kultur Begriff und die Problematik, die dabei auftritt, diesen Begriff zu erläutern. Man versucht dem was man, entdeckt, einen Namen zugeben, es in einen Rang einzuordnen, es zu erläutern und es im weiten Sinne zu erklären oder zu definieren.Zumindest würden wir versuchen, etwas, was wir nicht auf Anhieb verstehen, nach zu forschen oder würden wenigstens im Duden nachschlagen.Doch wie sieht es aus mit der Kulturwissenschaft?Ja. Wir könnten beschreiben, erläutern und einordnen rein nach unserem Gefühl. Wir könnten aber auch im Internet nachschauen, was bestimmte Wissenschaftler oder zum Beispiel auch Clifford gesagt hat, um uns den Begriff Kultur und deren Wissenschaft näher zu bringen.Rein assoziativ haben wir anhand von einem Mind-Map in der ersten Seminar Stunde versucht unsere Gedanken und Eindrücke zu dem Begriff „Kultur“, zu ordnen.Man hat alles das genannt, was ungefähr Kultur impliziert.Tradition, Religion, Kultur, Bräuche….Aber hätte man nicht die ganze Tafel voll schreiben können oder müssen, um Kultur genauer zu definieren und Sie als ganzes betrachten zu können.„Die Untersuchung von Kultur ist ihrem Wesen nach unvollständig. Und mehr noch, je tiefer sie geht, desto unvollständiger wird sie.“ (S.41,Geertz,Clifford)Anhand von diesem Zitat möchte ich meine Haltung gegenüber einer Definition von „Kultur“ stärken. Man könnte dem ganzen auch aus dem Weg gehen, wenn man „Kultur“ zum Beispiel in Merkmale einteilt oder diese klassifiziert(vgl. S. 41, Geertz, Clifford), so wie wir es ja auch gemacht haben.Kulturwissenschaften ist nach Clifford nicht gleichzustellen mit einer Wissenschaft, wie zum Beispiel der Medizin oder der Rechtswissenschaften, wo es in der Regel ein Patentrezept für jedes Problem gibt, wo alles einen logischen Grund hat.„Eine Kultur wachsen: ruckartig. Die Entwicklung der Kulturanalyse gleicht nicht so sehr einer ansteigenden Kurve kumulativer Ergebnisse, sondern zerfällt in eine Abfolge einzelner und dennoch zusammenhängender, immer kühnerer Verstoße“ (S.36, Geertz,Clifford)Man weiß quasi nicht wo es anfängt und wo es aufhört. Die Kulturwissenschaften zu verstehen oder gar Sie zu definieren ist durchaus möglich aber man sollte davon ausgehen, dass man häufig etwas vergisst oder immer etwas dazu kommt. So wie auch Sitten und Bräuche und auch Traditionen sich im Laufe der Zeit ändern und neue Strukturen aufgefasst werden, wo alte schon an Wert verloren haben aber dennoch wichtig sind um neues zu verstehen.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kulturwissenshaften, viele kleine Teilbereiche hat und eben eine "dichte Beschreibung" (vgl. Gertz, Clifford) bedarf um ihr auf den Grund zu gehen und um Sie zu verstehen.Die Auseinandersetzung mit diesem Text hat mir durchaus spass gemacht, doch er hat mich auch einwenig aus der Bahn geworfen und mich zum nachdenken gebracht. Natürlich könnte ich sagen, was Kultur ist und was sie impliziert.Doch durch diesen Text wurde mir klar, dass Kultur eben keinen Rahmen hat und eine Eingrenzung in Kategorien dem Begriff "Kultur" wohl nicht gerecht wäre.

5.11.15 07:33, kommentieren

„Man kann nicht zwinkern, ohne zu wissen was man unter zwinkern versteht“

In dem folgenden Textausschnitt (S.7-23) „Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie der Kultur“ (1973) von Clifford Gertz geht es im engeren Sinne um den Kultur Begriff und die Problematik, die dabei auftritt, diesen Begriff zu erläutern.Clifford Gertz versucht auf verschiedenster Weise und in Anlehnung an verschiedenen Wissenschaften und Schreibern den Begriff Kultur ihren Lesern näher zu bringen.Hierbei lehnt sie sich an ethnologische Forschungen und Interpretation.Das zu Beginn genannte Zitat impliziert meiner Meinung nach Kultur im weitesten Sinne.Ohne, dass wir die Bedeutung vom Zwinkern beigebracht bekommen hätten, könnten wir auch nicht zurück zwinkern.Clifford nennt in ihrem Text ein Beispiel vom Zwinkern (Bsp.S.10). Hier wird deutlich, dass das zwinkern nicht nur eine Bedeutung hat und diese durchaus interpretationsbedürftig ist.Es kann ein Nervenzucken sein, eine unkontrollierte Handlung oder ein geheimer Code.„Kultur ist öffentlich“ (vgl. S.20) , jemand kann eine bestimmte Handlung oder Gestik, Mimik ausführen ,ohne das wir sofort erahnen können was damit gemeint ist.Es sei den wir kennen die Person näher oder wir sind dem gesellschaftlich festgelegtem Code vertraut.Clifford weist daraufhin, dass jegliche Handlungen Bedeutungsstrukturen beinhalten aber nicht jeder diese Bedeutungsstrukturen kennt oder kennen muss.So wäre es zum Beispiel Fatal wenn eine Frau die in der Türkei lebt (westliche,bäuerliche Gegend) einem Man die zu Begrüßung die Hand reicht.Solche Situationen würde man wohl lieber vermeiden, den diese Frau würde als respektlos und unerzogen gelten. (orientalische Kultur Wertvorstellungen).Wobei man zum Beispiel, hier die Dame freundlich zurück grüßen würde.Kultur herrscht unter einem System von Regeln und es ist sehr schwierig den Kulturbegriff genau zu erläutern. Den in jedem Land gibt es andere Sitten, Bräuche und Hierarchien und demnach auch unterschiedliche Kulturen. Somit sind feststehende Codes im gesellschaftsgefüge sehr sinnvoll und unabdingbar ,um Missverständnisse wie zum Beispiel „werde ich grade angezwinkert“ entgegen zu wirken.

29.10.15 17:30, kommentieren