Früher Tradition, heute nur ein „geben und nehmen „ ?! Warum muss man Gaben erwidern?

Der Austausch in archaischen Gesellschaften von Marcel Mauss.In seinem Buch „Die Gabe“,aus dem wir einen Ausschnitt gelesen haben, untersucht Marcel Mauss archaische Familien und die Bedeutung der Gaben in diesen Kulturen.Marcel Mauss hat das soziale Phänomen „der Gabe“ in archaischen Gesellschaften unter anderem in Polynesien, Melanesien und Nordwestafrika genauer untersucht.Es wird dargestellt, dass die Gaben und Geschenke in den archaischen Gesellschaften eine zentrale Rolle spielen und grundlegend für die damalige Gesellschaft und vor allem deren erhalt ist.Die Funktion der Gabe scheint sehr besonders und vielseitig zu sein, den Mauss spricht von einer „(..)totalen Leistung(..)“ ( vgl. S. 167) , die nicht nur voraussetzt zu schenken , sondern auch Geschenke zu erwidern.Mauss stellt in seinen Untersuchungen fest, dass die Gabe und die Erwiderung der Gaben in den archaischen Gesellschaft zu Pflicht geworden ist.Die Volksgruppe Dayak hat sogar ein Rechts- und Moralsystem aus welches Pflichten einer richtigen Verhaltensweise wie zum Beispiel, das teilnehmen eines Mahles, einher geht.Der eigentliche Ursprung und die Idee der Gaben sind laut Mausss Untersuchungen auf geistige Bindungen und religiöse Gründe zurück zuführen.Das vernetzen und verbinden religiöser Riten und Traditionen lässt ein soziales Phänomen herbei kommen, wo die Pflicht des schenken und verschenken immer tiefer verankert wurde und schließlich zur menschlichen Moral, zum menschlichen Gesetz, zur Gewohnheit wurde.Natürlich musste ich sofort an die heutige Gesellschaft und an unsere Gabenkultur denken. Zu erst möchte ich heranführen, dass Mausss Untersuchungen mir nicht ganz fremd sind und ich hierbei parallelen aus der türkischen Kultur gefunden habe.Auch in der türkischen Kultur haben Gaben einen hohen Stellenwert. Man schenkt quasi immer etwas, wenn man jemanden besucht und bekommt genauso ein Geschenk, wenn man selber besucht wird.Man schenkt immer soviel wie man selber bekommen hat vor allem der Wert des Geschenkes bleibt fast immer derselbe.Bekommt man etwas, was unter dem Wert des eigenen Geschenkes liegt, wird dies für nicht gut empfunden.Des Weiteren spielen auf türkischen Hochzeiten große Summen an Geld eine wichtige Rolle. Bei der „Taki“ (Geschenkvergabe( Wörth. übersetzt.)) Zeremonie, werden alle Gäste aufgefordert sich anzustellen um das Brautpaar zu beschenken.Zunächst werden die engeren Verwandte wie zB. Geschwister und Eltern aufgefordert sich als erste in die Schlange zustellen.Die Geschenke des engeren Bekanntenkreises sind meist große Summen an Geld oder Gold.Das Geschenk eines jeden Gasts wird laut per Mikrofon aufgerufen und sogar von einem Schreiber notiert.Gäste die eher unter die Kategorie Freunde fallen schenken meist Fünfzig Euro.Ich habe oftmals beobachten können, dass immer so viel verschenkt wird wie man auch selber als Geschenk erhalten hat (Wert).Meiner Meinung nach kommen die Geschenke nicht immer aus dem Herzen und erfüllen eher den Zweck der Anerkennung seitens anderer.

10.12.15 18:33

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