Grundlage Text: George Herbert Mead: „Geist, Identität und Gesellschaft“ (1973)

Identität„Ich versuchte, zwischen Ich und ich als verschiedene Phasen der Identität zu unterscheiden, wobei das ich und die organisierten Handlungen der anderen reagiert, die wir als gegeben ansehen und die in der Folge unser eigenes Verhalten insoweit bestimmen, als dieses bewußt ist“. (Vgl. Mead, S.253)Nicht nur die Individuen einer Gesellschaft stehen in dauerhafter Wechselwirkung, Interaktion zu einander, sondern auch die Teile der eigenen Identität stehen in Wechselwirkung zu einander. Im Laufe der Sozialisation eines Menschen findet der Mensch mithilfe von bestimmten Instanzen wie Zb. Werte und Normen, Familie, Schule seine eigene Identität.Mead thematisiert in seinem Hauptwerk „Geist, Identität und Gesellschaft“die Bildung der Ich-Identität.Aus dem oben genannten Zitat geht hervor das G. H. Mead zwischen dem ich und dem ich in verschiedenen Phasen der Identität unterscheidet. Zum einen ist das Bewusstsein und zum anderen ist die Identität gemeint . Die Identität des Menschen besteht nach Mead demnach aus dem impulsiven Ich „I“ und dem reflektiertem ich „Me“.Das impulsive ich reagiert zB. auf spontane Zumutungen auch Kreativität und alle biologisch veranlagten Triebe sind hiermit gemeint. Das reflektierte ich impliziert eigene Überlegungen, wie andere einen sehen oder was andere von einem erwarten. Das „Me“ reflektiert und sortiert also die Haltungen anderer und handelt letztlich dementsprechend. Auch beinhaltet das „Me“ Normen und Werte, die man im Laufe seines Lebens lernt. Ob man sich an bestimmte Regeln oder Muster hält ist jedoch vom „I“ also Bewusstsein eines Menschen abhängigFerner kann gesagt werden, dass das I vollständig subjektiv bestimmt ist und die Reaktion auf das me beinhaltet.Drüber hinaus gibt es nach Mead auch die Instanze „Mind“ eines Menschen, dieser hilft bei den Impulsen von „I“ und „Me“ zu vermitteln. Durch ein gelungenes vermitteln zwischen „I“ und „Me“ entsteht nach und nach das „self“ also die Identität.Identität bedeutet auch hineinfinden in eine Gesellschaft und Darstellen eines bewussten Mitglieds.Nach Mead ist es also wichtig ein ausgewogenes Spannungsverhältnis zwischen „I“ und „Me“ herzustellen. Würde ein Individuum also immer nur rein aus dem Bauch her Leben und das „Me“ völlig außen vor lassen, wäre ein Leben als sozialisierter Mensch in der Gesellschaft nicht möglich.

11.1.16 12:16

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