Grundlagetext: Pierre Bourdieu: „Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital“ (198

„Es gibt also Unterschiede (und genau das meine ich, wenn ich von sozialem Raum spreche) und wird sie weiter geben.“ (Bourdieu 1998, S. 26) Bordieu unterscheidet in seinen Arbeiten über das Kapital unter drei Kapitalsorten. Bevor näher auf die verschiedenen Kapitalarten eingegangen wird erscheint es für sinnvoll zunächst den Begriff des Kapitals zu definieren. Bordieu impliziert hierbei Kapital als „akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Material oder in verinnerlichter, »inkorporierter« Form“ (Bourdieu, 1992g, S. 49). Bordieu spricht demnach nicht von dem Begriff des Kapitals im Sinne von rein ökonomischen Gesichtspunkten. In zahlreichen Veröffentlichungen und Untersuchungen Bordieus werden die verschiedenen Kapitalsorten im Zusammenhang zu der sozialen Position eines jeden Menschen gebracht. So konnte Bordieu/Passeron in „Die Illusion der Chancengleichheit“, festhalten , dass die verschiedenen Kapitalien den Habitus und die Stellung in der Gesellschaft , die ein Mensch hat festlegen. Auch stellt Bordieu fest, dass die verschiedenen Kapitalien in der Gesellschaft ungleich verteilt sind. Der Habitus wird hierbei als angeboren gesehen und leitet den Menschen. Hierzu zählt die Haltung, das Essverhalten, die Sprache und die Denkstrukturen eines Menschen. Bevor weiter auf seine Untersuchungen eingegangen wird, wird zunächst seine Kapitalbegriffe eingeführt.„Mit dem kulturellen Kapital als das fundamentale Kapital, wird größtenteils Bildung gemeint, die sich nach außen am häufigsten in Form von schulischen Bildungstiteln zeigt und deswegen auch als das Bildungskapital bezeichnet werden kann, das auch unter bestimmten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertierbar ist“ (Demirtas 2014: 42) Das kulturelle Kapital impliziert somit Handlungswissen und Bildung und ist weitestgehend von Werten und Normen eines Menschen geprägt. Des Weiteren lässt sich das kulturelle Kapital nach Bordieu in drei Unterformen des inkorporierten, objektivierten und institutionalisierten Kulturkapitals aufteilen. Das inkorporierte Kulturkapital ist die verinnerlichte Form von kulturellem Kapital. Sie „wird in persönlicher Bildungsarbeit erworben und kann am ehesten als kognitive Kompetenz und ästhetischer Geschmack beschrieben werden“ (Jungbauer-Gans, 2004, S. 377) Das inkorporierte Kapital wird zum festen Bestandteil der Person und hier raus wird auch der Habitus entwickelt. Das objektivierte Kapital stellt dem gegenüber eine materielle Form von Kapital dar. Hiermit sind zum Beispiel Gemälde,Bücher gemeint. Diese sind beliebig vererbbar und können von jedem der ökonomisches Kapital aufweisen kann, gekauft werden. Die institutionalisierte Form von Kulturkapital impliziert schulische und akademische Titel. Als soziales Kapital bezeichnet Bordieu „die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind“ (Bourdieu, 1992, S. 63). Und das ökonomische Kapital wird von Bordieu neben der ökonomischen Bedeutung des Geldes auch als Transverkapital bezeichnet. Es wird benötigt um an soziales und kulturelles Kapital zu erlangen. Bordieu hat in seinem Buch „Die illusion der Chancengleichheit“ feststellen können, dass es durch die ungleiche Verteilung dieser Kapitalien zur Ungleichheit im Bildungssystem kommt. Ihm nach ist eine Familie die weniger kulturelles Kapital inne hat, sehr viel schlechter gestellt als ein Kind aus einer Familie mit viel kulturellem Kapital. Seine Ergebnisse konnte er anhand von Untersuchungen der Pariser Elit Universität festhalten.

8.2.16 14:36

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